Das chinesische Feuer-Pferd im vollen Galopp: Die Sondermodelle der Uhrenmarken

Schon lange haben viele Uhren nicht nur Funktionen und dazu ein zeitgemäßes Design, sondern: ein eigenes, mehr oder weniger aktuelles Thema. Sportveranstaltungen, Ausstellungen, Kino-Blockbuster oder alle Arten historischer Jubiläen. Infrage kommt, was die Käufer emotional bindet, vielleicht auch als Bekenntnis taugt.

Jede Marke findet also jederzeit ein Motiv für eine Sonderserie, limitiert am besten, weil das die Begehrlichkeit erhöht und die beste Zeit für den Verkauf ja klar bemessen ist. In jedem Winter aber setzen etliche Unternehmen alle auf das gleiche Tier. Nämlich dasjenige, das nach dem chinesischen Tierkreis-Kalender das kommende Jahr bestimmt. Ab dem 17. Februar ist es das besonders energische „Feuer-Pferd“, das nun auf Uhrenmodellen verschiedenster Marken interpretiert wird.

Der chinesische 12-Jahres-Zyklus: von listigen Schlangen, hungrigen Schweinen und schnellen Pferden

Der Mythos dahinter ist, dass der Jade-Kaiser, der Hauptgott des Daoismus, einst verschiedene Tiere ein Rennen über einen reißenden Fluss absolvieren ließ. Die ersten zwölf von ihnen schafften es in den Kalender und bilden dort einen Zwölf-Jahres-Zyklus.

Auf dem ersten Platz landete die schlaue Ratte, die sich vom Büffel bis kurz vor dem Ziel tragen ließ. Das schnelle Pferd hätte eigentlich ebenfalls Aussichten auf den Sieg gehabt. Allerdings hatte sich die listige Schlange am Pferd versteckt und erschreckte dieses kurz vor dem Ziel. Auf dem letzten Platz landete das Schwein, das eine Fresspause eingelegt hatte.

In Kombination mit jeweils einem von fünf Elementen (Feuer, Metall, Erde, Holz und Wasser) ergibt sich ein Zyklus von 60 Jahren mit je eigenem Charakter. Jede Kombination kommt nur alle 60 Jahre.

Auch solche Zeiträume lassen sich natürlich mit dem Räderwerk einer Uhr darstellen, doch bleibt das die Ausnahme. Blancpain etwa hat mit der „Villeret Calendrier Chinois Traditionnel“ so eine Spezialität im Angebot.

Andere setzen jetzt auf die ausdrucksstarke Darstellung des Feuer-Pferds, mal ausdrücklich, mal verschlüsselt, immer möglichst markentypisch. Dafür kommen schönerweise die verschiedensten Handwerkstechniken zum Einsatz. Manche Modelle sind nicht für den deutschen Markt vorgesehen, aber Sammler, zumal vielreisende, wissen, wie sie an die Objekte ihrer Begierde kommen.

2026 und das Feuer-Pferd

Das diesjährige Feuer-Pferd gilt als besonders kraftvoll, aber auch als etwas widersprüchlich. Menschen, die im Jahr des Pferdes geboren sind, gelten traditionell als freiheitsliebend, energetisch, abenteuerlustig, charismatisch, schnell begeisterungsfähig, unabhängig und manchmal impulsiv.

2027 ist übrigens ein anderes Huftier dran: die feurige Ziege. Die ist imagemäßig zumindest auf außerchinesischen Märkten eine größere Herausforderung als das Pferd. Aber bestimmt sind die Designer schon emsig an der Gestaltung attraktiver Modelle.

Longines: „Master Collection Moonphase ,Year of the Horse´“

Longines ist seit Langem sowohl dem Pferdesport als auch China eng verbunden. Die auf 3.200 Exemplare limitierte „Master Collection Moonphase ,Year of the Horse´“ nähert sich dem Thema auf der Vorderseite symbolisch, mit einem Verlauf-Blatt in der Glücksfarbe Rot. Die Mondphase unterstreicht, dass in China eine Kombination aus Mond- und Sonnenkalender genutzt wird. Auf der Rückseite wird das Pferd konkret: als Gravur auf dem vergoldeten Rotor. (UVP 3.200 €)

TAG Heuer: „Carrera ,Year of the Horse’“

Ähnlich hält es TAG Heuer bei seiner auf 250 Stück limitierten „Carrera ,Year of the Horse’“. Mit roten und goldenen Akzenten auf einem champagnerfarbenen Blatt – und dem chinesischen Zeichen für das Wort „Pferd“ anstelle der 7 auf der Datumsscheibe. Auf den Glasboden graviert galoppiert auch hier ein Rennpferd. (UVP 8100 €)

IWC Schaffhausen: „Portugieser Automatik 42 ,Year of the Horse’“

Auch die „Portugieser Automatik 42 ,Year of the Horse’“ folgt dem gleichen Prinzip, kommt aber in All-over-Weinrot für Zifferblatt und Armband daher. Hier bildet der gesamte Rotor der auf 500 Exemplare begrenzten Uhr ein Pferd im Galopp und verweist so versteckt auf den chinesischen Kalender. (UVP 15.300 €)

Piaget: „Altiplano Zodiac Horse”

Piaget dagegen präsentiert bei seiner „Altiplano Zodiac Horse” ein springendes Pferd auf dem Blatt – als Kunstwerk aus Handgravur und verschiedenen Emaille-Techniken. Das flache Weißgoldgehäuse ist mit Diamanten besetzt. Die Uhr wird nur 18-mal hergestellt; den Preis erfahren Kunden auf Anfrage.

Louis Moinet: „Puzzle Fire Horse“

Die kleine, feine Manufaktur Louis Moinet baut vor allem mechanische Spezialitäten. Für die „Puzzle Fire Horse“ wurde eine Miniaturmalerei in 81 Teile zersägt, die dann – nach aufwendiger Finissierung – wieder zusammengefügt werden und eine einzigartige Oberfläche ergeben, von der das vor einem Feueropal rotierende Fliegende Tourbillon kaum ablenken kann. (Einzelstück, UVP zirka 150.000 €)

Vacheron Constantin: „Métiers d’Art ‘Year of the Horse’“

Mut zum Pferd zeigt auch Vacheron Constantin bei seiner auf 25 Stück limitierten „Métiers d’Art ‘Year of the Horse’“ aus Roségold und Platin. Das Automatik-Kaliber 2460 G4 räumt alle Zeitanzeigen in Fenster am Rand des Blattes und schafft damit Raum für besondere Kunstwerke. Hier ist es das aus Gold gefertigte Hochrelief eines Pferdes vor einer Miniaturmalerei. (Preis auf Anfrage)

Arnold & Son: Perpetual Moon 41.5 Red Gold ‘Year of the Horse’“

Zusätzlich zu einer aufwendigen Pferde-Skulptur trägt die „Perpetual Moon 41.5 Red Gold ‘Year of the Horse’“ von Arnold & Son eine riesige Mondphasenanzeige. Die ist nicht nur besonders präzise (sie benötigt nur alle 122 Jahre eine Korrektur), sondern leuchtet im Dunkeln kräftig nach und macht die Pferde- zur Nacht-Szene. Der Zeitmesser ist mit einem Handaufzugswerk ausgestattet und auf acht Exemplare limitiert. (UVP 74.200 €)

Swatch: „Riding the Clouds“

An den Massenmarkt von – nicht nur chinesischen – Pferdemädchen und -jungs wendet sich dagegen Swatch mit dem Quarzmodell „Riding the Clouds“. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Yu Wenjie entstand das heitere Motiv, das sich über Zifferblatt und Band zieht. (UVP 100 €)

Luminox: „Year of the Horse“

Ein Quarzwerk steckt auch in der auf 600 Exemplare limitierten „Year of the Horse“ von Luminox. Bei sieben Uhr versteckt sich hier ein dezenter Pferdekopf. Ansonsten setzt die Uhr auf goldene Akzente vor dem dunklen Hintergrund und auf Charakterzüge, die zum Motto passen: Belastbarkeit und Ausdauer. (UVP 575 €)

Oris: „Year of the Horse Limited Edition“

Oris setzt bei der bildlichen Darstellung gleich auf zwei Mikro-Pferde. Sie symbolisieren die Extreme der 10-Tage-Gangreserveanzeige des hauseigenen Kalibers 113, das besondere Kalenderindikationen bietet: neben dem Tagesdatum auch eine Anzeige von Monat und Kalenderwoche aus der Mitte. Das Zifferblatt setzt den enthusiastischen Charakter des Feuer-Pferds in bemerkenswerte Rot-Verläufe um. Weniger poetisch erinnert das Cordovan-Armband daran, dass man aus Pferden auch prima Leder machen kann. Die 88 Exemplare erinnern dabei an die chinesische Glückszahl 8. (UVP 6.650 €)

Blancpain: „Villeret Calendrier Chinois Traditionnel“

Blancpain schließlich hat zwar mit der „Villeret Calendrier Chinois Traditionnel“ eine Universallösung für den gesamten, oben erwähnten 60-Jahre-Zyklus im Programm, bietet aber für das Jahr 2026 dennoch 50 Exemplare eines Sondermodells an: mit lachsfarbenem Emaille-Zifferblatt und einem traditionellen Pferdemotiv auf dem weißgoldenen Rotor. (UVP 87.300 €)

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