Inhorgenta-Talk: Alexander Shorokhov (Geschäftsführer Alexander Shorokhoff) und die Demokratisierung der Kunst

Für Liebhaber mechanischer Uhren, von Kunst und gekonnten Farbkombinationen hat die deutsche Manufaktur Alexander Shorokhoff auf der Inhorgenta 2026 ein kreatives Feuerwerk an Neuheiten präsentiert. Carry, Frozy, Kandy Fantasy und Karandash spiegeln den schöpferischen Geist von Markengründer Alexander Shorokhov wider.

(links: Alexander Shorokoff (Geschäftsführer) und Inga Duffy-Shorokhova (Marketing & Art) von Alexander Shorokhoff)

Im Gespräch mit Insight Luxury sprach Alexander Shorokhov über seine Lieblingsuhren, neue Designs, seine Zielgruppe und die Demokratisierung von Kunst.

Insight Luxury: Sie überraschen mich immer wieder mit neuen Designs, Farbkombinationen und künstlerischen Anleihen. Jede Uhr scheint ein Unikat und einem neuen, kreativen Gedanken entsprungen zu sein. Aber was verbindet all die Uhren miteinander?

Alexander Shorokhov: Die Liebe zur Kunst, zur Farbe und mein außergewöhnliches Design verbinden alle meine Uhren miteinander. Ich weiß, dass viele meiner Uhren immer wieder anders sind – und genau das ist es zugleich, was sie alle miteinander verbindet. Es hört sich vielleicht merkwürdig an, aber es ist wirklich so.

Natürlich findet sich stets die große Zahl 60 auf der 12-Uhr-Position, ein unverkennbares Merkmal fast aller meiner Kreationen. Aber auch die handgravierten und veredelten Werke sowie die echten, authentischen Geschichten verbinden alle Uhren miteinander.

Für mich ist es wichtig, frei zu sein beziehungsweise die Freiheit zu haben, Grenzen zu überschreiten und Modelle zu kreieren, die ich fühle und von denen ich träume. Das ist genau das, was Freiheit und Verbundenheit für mich bedeuten.

Alexander Shorokhov (Geschäftsführer Alexander Shorokhoff)

IL: Nach wie vor ist die „Shar“ meine Lieblingsuhr in ihrer Kollektion. Haben Sie eigentlich eine persönliche Lieblingsuhr in Ihrem Sortiment?

AS: Das ist keine leichte Frage, denn alle meine Kreationen liegen mir sehr am Herzen. In alle Modelle habe ich sehr viel Herzblut und Kreativität hineingesteckt, und viele meiner Designs gefallen mir auch ausgesprochen gut.

Das neue Modell „Kandy AVG Blue“ spricht mich im Moment besonders an, weil es unsere Philosophie „Kunst am Handgelenk“ wie kein anderes widerspiegelt. Aber auch das Modell „Carry“ und die „Karandash“ finde ich sehr gelungen.

Ich persönlich trage die „Happy Second“ in Bordeaux. Auch dieses Modell, das im Vergleich zu den anderen sehr klassisch ist, spricht mich sehr an. Ich liebe das abgerundete Gehäuse, und auch die Farbe des Zifferblatts ist außergewöhnlich.

IL: Gibt es eine Idee für eine Uhr, die Sie schon lange mit sich herumtragen, aber nicht wissen, wie Sie diese Idee umsetzen können?

AS: Ich habe sehr viele Ideen und Projekte, die noch nicht umgesetzt worden sind. Mittlerweile gibt es bereits ein großes Buch mit all meinen Designs, die darauf warten, realisiert zu werden.

Momentan arbeiten wir schon seit einiger Zeit an einem neuen Modell mit dem Namen „Revolution Explosion“ – mit durchsichtigem Gehäuse und geometrischen Formen. Wir hoffen, dieses Modell bald verwirklichen zu können. Ein weiteres Modell mit dem Namen „Gorod“ – Russisch für Stadt – wartet ebenfalls noch in der Pipeline. Aber auch hier bin ich zuversichtlich, dass wir es bald zeigen können.

Seit Längerem arbeite ich außerdem an einer Tischuhr. Dieses Projekt ist jedoch gar nicht so einfach, und es wird sicherlich noch ein Weilchen dauern, bis ich genau weiß, wie ich es umsetzen soll.

Des Weiteren planen wir, in Zukunft ein besonders hochwertiges Einzelstück mit dem Namen „Dream ONE“ herzustellen. Aber ich kann dazu noch nicht viel verraten. Sie sehen also: Es bleibt immer spannend bei uns.

Alexander Shorokhov (Geschäftsführer Alexander Shorokhoff)

IL: Seit ich in der Uhrenbranche bin, wird die Armbanduhr immer wieder totgesagt. Als das Smartphone aufkam, als die Smartwatch aufkam … Dennoch erleben klassische Uhren weiterhin große Nachfrage, auch bei jüngeren Menschen. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

AS: Ich bin fest davon überzeugt, dass die mechanische Uhr immer ihren Platz haben wird.

Was von Menschen erschaffen wird, lebt weiter, weil es mit menschlicher Energie, Leidenschaft und Hingabe aufgeladen ist. Produkte hingegen, die rein maschinell am Fließband entstehen, bestehen oft nur so lange, bis die nächste technische Entwicklung sie ablöst.

Alexander Shorokhov (Geschäftsführer Alexander Shorokhoff)

Eine echte mechanische Uhr besitzt nicht nur einen materiellen, sondern auch einen emotionalen Wert. Sie ist Ausdruck von Stil und Individualität – etwas, das man ganz bewusst auswählt und trägt.

Gerade in einer von Technik dominierten Zeit suchen auch junge Menschen wieder verstärkt nach Authentizität und Werten, nach Produkten mit Geschichte und Seele – und nach Dingen, mit denen sie sich von anderen unterscheiden können. Für mich können beide Welten gleichzeitig existieren, ohne sich gegenseitig zu ersetzen.

IL: Wer sind die Käufer Ihrer – im besten Sinne – außergewöhnlichen Uhren?

AS: Es sind die Menschen, die Emotionen entwickeln, empfangen und weitergeben können. Genau diese emotionale Energie tragen auch unsere Uhren in sich. Kunst ist ebenfalls nicht für jeden zugänglich. Doch diejenigen, die sie fühlen und aufnehmen können, sind unsere Kunden.

IL: Verstehen Sie sich eigentlich nach wie vor als Nischenmarke?

AS: Ist Kunst eine Nische? Betrachtet man die Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow, befindet sie sich auf einer höheren Stufe – sie gehört nicht zu den grundlegenden Bedürfnissen, die man zum reinen Überleben braucht. Und genau so wird sie von vielen auch wahrgenommen.

Meiner Meinung nach bewegen wir uns jedoch nicht in einer Nische. Vielmehr stehen wir auf einem bestimmten Niveau, auf dem wir bewusst nicht alle Menschen ansprechen können – und auch nicht ansprechen wollen.

Unsere Zielgruppe ist klar definiert. Was mich dabei besonders fasziniert: Diese Gruppe wächst stetig und hat sich in letzter Zeit sogar rasant vergrößert. Ehrlich gesagt suche ich selbst noch nach einer abschließenden Erklärung dafür. Vermutlich trägt die Preislage unserer Marke dazu bei: Sie ermöglicht gewissermaßen eine „Demokratisierung der Kunst“ und macht außergewöhnliches Design für mehr Menschen zugänglich.

Alexander Shorokhov (Geschäftsführer Alexander Shorokhoff)

IL: Welchen Stellenwert hat die Inhorgenta als B2B-Messe für Sie?

AS: Die direkte Ansprache der Konsumenten wächst in nahezu allen Märkten kontinuierlich. Dennoch bleiben Juweliere und Uhrmacherfachgeschäfte das wichtigste Element für die Imagebildung einer Marke.

Dort erhält der Kunde nicht nur den besten Service, sondern auch eine persönliche und fundierte Erklärung der Marke, ihrer Werte und Besonderheiten. Genau dort entsteht und festigt sich das Markenimage.

Aus meiner Sicht sind die Juweliere das Herzstück des Marktes. Deshalb ist die Inhorgenta für uns von so großer Bedeutung.

Alexander Shorokhov (Geschäftsführer Alexander Shorokhoff)

IL: Was schätzen Sie ganz besonders an der Inhorgenta? Und welchen Verbesserungsvorschlag haben Sie?

AS: Was ich an der Messe besonders schätze, ist ihre Offenheit und Internationalität. Gleichzeitig bewahrt sie eine gewisse Bodenständigkeit sowie die Fähigkeit, einige Schritte vorauszudenken und Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen. Den Inhorgenta Award würde ich künftig noch stärker demokratisieren und die Auswahl der besten Produkte in einem weiterentwickelten, transparenteren Prozess gestalten.

Zudem halte ich einen zusätzlichen Besuchertag für Endverbraucher für eine sehr gute Idee, um die Messe noch erlebbarer zu machen und neue Zielgruppen zu erreichen.

Alexander Shorokhov (Geschäftsführer Alexander Shorokhoff)

IL: Das Leitthema der diesjährigen Inhorgenta ist Craftsmanship. Wie viel Handwerkskunst steckt in Ihren Uhren? Und weshalb ist Handwerkskunst nach wie vor so gefragt?

AS: Bei uns beginnt alles mit dem Design. Schon dieser erste Schritt ist echtes Handwerk – mit dem Bleistift, mit freien Skizzen und einem klaren künstlerischen Anspruch. Von dort aus setzt sich der Prozess konsequent auf handwerklichem Niveau fort: durch Gravieren, Skelettieren, Emaillieren, den präzisen Zusammenbau und die sorgfältige Endkontrolle. Jeder Schritt folgt dem Anspruch authentischer Handwerkskunst.

In einer Zeit, in der vieles nur noch automatisiert entsteht, verleiht unsere Handarbeit jedem Stück seinen unverwechselbaren Charakter. Das handwerkliche Können im eigenen Haus ermöglicht es uns außerdem, unser einzigartiges Design umzusetzen und unseren Kunden etwas zu bieten, das sie anderswo nicht finden.

Auch individuelle Wünsche und Einzelanfertigungen können wir so realisieren. Ich bin überzeugt, dass genau darin ein Teil der heutigen Nachfrage liegt.

In einer schnelllebigen, technikdominierten Welt wächst die Sehnsucht nach etwas Besonderem und Einzigartigem – nach Persönlichkeit statt Masse.

Alexander Shorokhov (Geschäftsführer Alexander Shorokhoff)

IL: Welche spannenden Neuheiten zeigen Sie auf der Inhorgenta und auf welche kreativen Ideen dürfen wir uns in den kommenden Monaten freuen?

AS: Auf der diesjährigen Inhorgenta präsentieren wir unser neues Modell „Frozy“. Dafür haben wir ein besonders ästhetisches Gehäuse entwickelt, das durch sein stufenförmiges Design mit mehreren Lünetten überzeugt. Ein besonderes Highlight ist die außergewöhnliche Oberfläche, die an feinen Diamantenstaub erinnert.

Dieser faszinierende Effekt entsteht durch ein spezielles Fertigungsverfahren, bei dem das Material mit einem stichelartigen Gravurprozess bearbeitet wird. Das Ergebnis sind glitzernde Lünetten mit beeindruckender Tiefenwirkung – ein weiteres innovatives Detail unserer neuen Kollektion.

Das Modell „Karandash“ ist ein weiteres Highlight der Kollektion und besticht durch sein kontrastreiches, avantgardistisches Aussehen sowie durch ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir haben bereits viele Bestellungen erhalten, und von den 50 Stück sind nur noch acht verfügbar.

Außerdem planen wir einen Nachfolger des Modells „Revolution Avantgarde“. Dieses wird eines der Hauptmodelle der neuen Kollektion sein und den Namen „Revolution Explosion“ tragen. Mit seinem avantgardistischen und farbenfrohen Zifferblattdesign wird es den unverwechselbaren Stil von Alexander Shorokhoff weiter in Ehren führen.

Ein weiteres kreatives Modell namens „Gorod“ wird ebenfalls für Aufsehen sorgen – davon sind wir überzeugt. Das Zifferblatt spiegelt den architektonischen Hintergrund von Alexander Shorokhoff wider und zeigt eine faszinierende Komposition aus Gebäuden, Menschen und Emotionen.Man entdeckt bei jedem Blick neue Details, und das gesamte Design pulsiert – wie eine echte Stadt. Genau das bedeutet auch der Name „Gorod“, der aus dem Russischen stammt.

alexander-shorokhoff.com

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