Morgan Stanley/LuxeConsult: Uhren-Report 2025 – 4 Manufakturen dominieren die Schweizer Uhrenindustrie

Der Jahresbericht von Morgan Stanley über den Zustand der Schweizer Uhrenindustrie, der mit Unterstützung des Genfer Beratungsunternehmens LuxeConsult erstellt wird und auf Schätzungen des Umsatzes von 50 Schweizer Uhrenmarken beruht, wird jedes Jahr aufs Neue mit Spannung erwartet und in der Branche viel beachtet.

Nun ist der Report von Morgan Stanley/LuxeConsult über den Zustand der Schweizer Uhrenindustrie für das Jahr 2025 erschienen, welches für die Schweizer Uhrenbranche zum zweiten Mal einen Rückgang bei den Exportzahlen beschert hatte (-1,7 Prozent gegenüber 2024).

„2025 war ein Jahr der Unsicherheit – und erforderte von den CEOs der gesamten Schweizer Uhrenindustrie Agilität, Disziplin und strategische Klarheit“, resümiert Oliver Müller, Branchenexperte und Inhaber von LuxeConsult, auf seinem LinkedIn-Account und nennt zehn Erkenntnisse zum aktuellen Report.

  • Die strukturelle Polarisierung nimmt weiter zu: Die vier größten privaten Uhrenmarken der Schweiz – Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet und Richard Mille – konnten ihren gemeinsamen Marktanteil um 2,2 Prozentpunkte steigern und halten nun zusammen 49,1 Prozent des Marktes. Das bedeutet, dass diese vier Hersteller inzwischen die Hälfte der Schweizer Uhrenindustrie dominieren.
  • Die Dynamik im Luxussegment verändert die Rangliste: Omega fiel um zwei Plätze auf Rang 5 zurück und wurde von Audemars Piguet (Rang 3) und Patek Philippe (Rang 4) überholt. Dies unterstreicht die anhaltende Stärke des Ultra-Luxussegments.
  • Der „Club der Milliardäre“ zählt nur noch sechs Marken: Longines ist ausgeschieden, da der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 920 Millionen CHF gefallen ist.
  • Rolex: Der unangefochtene Marktführer: Rolex überschritt die Marke von 11 Milliarden CHF im Großhandelsumsatz und gewann 100 Basispunkte Marktanteil hinzu – und festigte damit seine strukturelle Dominanz trotz wirtschaftlicher Herausforderungen.
  • Cartier – herausragend unter den börsennotierten Konzernen: Cartier festigte seine Position als Nummer 2 mit einem Marktanteil von 8,7 Prozent (+70 Basispunkte) gegenüber 5,7 Prozent im Jahr 2019 – ein bemerkenswertes Wachstum von 300 Basispunkten.
  • Richemont – Portfolio-Divergenzen: Im Geschäftsbereich The Specialist Watchmakers wurde im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 56 Basispunkten verzeichnet (aktuell -273 Basispunkte gegenüber 2019). IWC konnte hingegen wieder ein Wachstum von 5 % gegenüber dem Vorjahr erzielen. Auf Konzernebene, einschließlich Cartier, Van Cleef & Arpels und Montblanc, blieb der Marktanteil mit 17,6 % nahezu unverändert. Dieser Trend wurde maßgeblich durch das wachstumsstarke Schmucksegment getragen (Cartier +10 %, VCA +13 %).
  • Swatch Group – struktureller Druck hält an: Die Swatch Group war erneut der größte Marktanteilsgeber der Branche (-216 Basispunkte auf 16,1 %). Seit 2019 beträgt der kumulierte Marktanteilsverlust rund 1.029 Basispunkte. Omega (-8 % im Jahresvergleich) verlor weiterhin Marktanteile (-60 Basispunkte), insbesondere an Rolex.
  • Premiumisierung beschleunigt sich weiter: Uhren mit einem Preis über 50.000 CHF machen mittlerweile 37,3 Prozent des Exportwerts aus und trugen 2025 zu 89 Prozent des Gesamtwachstums bei, obwohl sie nur 1,4 Prozent des Absatzvolumens repräsentieren. Die Wertschöpfung konzentriert sich zunehmend im Spitzensegment.
  • Unabhängige Marken setzen ihren Erfolg fort: Wie bereits in den vergangenen Jahren haben Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet und Richard Mille erneut die größten Marktanteilsgewinne verzeichnet.
  • LVMH – begrenzte Größe in der Schweizer Uhrenindustrie: LVMH bleibt mit einem Marktanteil von 5,25 Prozent (-16 Basispunkte) der sechstgrößte Schweizer Uhrenkonzern. Die reinen Uhrenmarken verzeichneten allesamt Rückgänge: TAG Heuer (-2 %), Hublot (-7 %) und Zenith (-15 %).

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