Richline Group & Responsible Jewellery Council – Wie ein Branchenriese Verantwortung messbar macht

Die Richline Group gehört zu den Schwergewichten der internationalen Schmuckindustrie – und ist zugleich ein Beispiel dafür, wie Verantwortung in einer komplexen, globalen Lieferkette verbindlich organisiert werden kann.

Als vertikal integrierter Konzern, der vom Edelmetall-Halbzeug über die Schmuckproduktion bis hin zu Handelskonzepten nahezu alle Stufen der Wertschöpfung abdeckt, hat Richline früh erkannt, dass Glaubwürdigkeit im Luxussegment heute untrennbar mit Themen wie Menschenrechten, Umweltstandards und Transparenz verknüpft ist.

Der RJC-Standard als verbindlicher Rahmen

Die Mitgliedschaft und Zertifizierung im Responsible Jewellery Council (RJC) ist deshalb weit mehr als ein „grünes“ Gütesiegel: Sie verpflichtet Richline dazu, sich regelmäßig von unabhängigen Prüfern an einem umfassenden Kodex messen zu lassen, der Geschäftsethik, Arbeits- und Menschenrechte, Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit sowie Lieferketten-Management abdeckt. Für Fachleute ist der RJC längst eine zentrale Referenz, wenn es um verantwortungsvolle Beschaffung von Gold, Silber, Platinmetallen, Diamanten und Farbedelsteinen geht – für Konsumentinnen und Konsumenten bietet er eine Orientierungshilfe in einem Markt, dessen Produktionsbedingungen sich meist im Verborgenen abspielen.

Mitgestaltung statt bloßer Mitgliedschaft

Dass der CEO der Richline Group, Dave Meleski, 2024 zum Vorsitzenden des Responsible Jewellery Council gewählt wurde, unterstreicht die aktive Rolle, die das Unternehmen beim Setzen und Weiterentwickeln dieser Standards spielt. In diesem Beitrag betrachten wir am Beispiel Richline, was eine RJC-Mitgliedschaft konkret bedeutet: Welche Anforderungen Unternehmen erfüllen müssen, wie der Zertifizierungsprozess abläuft – und warum all dies für die Glaubwürdigkeit von Luxus- und Schmuckmarken, aber auch für die Entscheidung informierter Käuferinnen und Käufer immer wichtiger wird.

Dave Meleski, CEO der Richline Group und Chairman RJC

Dave Meleski über das Projekt „Richeline als Teil des RJC“

Wenn Sie auf die vergangenen 20 Jahre zurückblicken, was hat Richeline inspiriert Teil des RJC zu werden und was sollte damit erreicht werden?

Dave Meleski:

Einerseits Inspiration:
Als die Richline Group gegründet wurde, war einer der Kernpfeiler unserer Kultur etwas, das wir „Richline Responsible“ nannten. Es leitete, wie wir entlang unserer Lieferkette agierten und wie wir mit unseren Mitarbeiter weltweit zusammenarbeiteten. Dieses Engagement stand nahtlos im Einklang mit der Mission des Responsible Jewellery Council, als dieser seine Reise begann, und machte es für uns zu einem natürlichen Schritt, von Anfang an dabei zu sein.

Was wir erreichen wollten:
Wir sahen die Möglichkeit, innerhalb unserer Branche mit gutem Beispiel voranzugehen. Wir wollten Vertrauen und Zuversicht bei all unseren Stakeholdern aufbauen – unseren Communities, Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten und Partnern. Und wir hofften, die Schaffung eines einheitlichen Standards zu unterstützen, dem alle folgen können. Damals (und auch heute noch) verlangten unterschiedliche Einzelhändler weltweit verschiedene auditierte Prozesse, was zu Inkonsistenzen und höheren Auditkosten führte. Ein einziger, glaubwürdiger Standard war – und ist nach wie vor – ein dringend notwendiger Schritt nach vorn.

Interview mit Dave Meleski als Chairman des RJC:

Welche zentralen Veränderungen haben Sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten in der Schmuckbranche beobachtet – und wie hat Richline auf diese Entwicklungen reagiert?

Dave Meleski:
In den vergangenen 20 Jahren hat die Schmuckindustrie einen erheblichen Wandel durchlaufen – insbesondere, wenn es darum geht, verantwortungsvolle Standards zu setzen und einzuhalten. Vor zwei Jahrzehnten hielten viele es für unrealistisch, eine derartige Entwicklung zu erreichen. Aber das Wachstum der RJC-Mitgliedschaft zeigt, was möglich ist, wenn es einen klaren Weg und ein gemeinsames Engagement gibt.

Heute gibt es ein echtes und weit verbreitetes Engagement, Branchen- und Sozial-Compliance-Standards einzuhalten. Es ist nicht mehr nur ein Gespräch – es ist eine Priorität. Bei Richline sind wir unserem „Richline Responsible“-Commitment treu geblieben. Wir haben uns nicht nur an die Veränderungen angepasst – wir haben bewusst versucht, ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Vorwegzunehmen, was als Nächstes kommt, und uns auf zukünftige Standards vorzubereiten, war ein wichtiger Teil unserer Arbeitsweise.

Inwiefern hat Ihre Rolle als Vorsitzender des RJC Ihren Blick auf Nachhaltigkeit und Ihr entsprechendes Engagement geprägt?

Dave Meleski:
Die Tätigkeit als Chairman des RJC war eine unglaublich wertvolle Erfahrung, die meine Herangehensweise an Nachhaltigkeit geprägt hat – nicht nur innerhalb von Richline, sondern in der gesamten Branche.

Einer der wichtigsten Erkenntnisse war ein tieferes Verständnis für die umfangreiche Arbeit hinter dem Aufbau der RJC-Standards und für den Maßstab, in dem Assurance-Prozesse weltweit angewendet werden. Das hat wirklich verdeutlicht, welches Maß an Engagement und Ressourcen erforderlich ist, um unseren „Richline Responsible“-Werten gerecht zu werden und unsere Position als globaler Nachhaltigkeitsführer zu halten.

Es war außerdem äußerst bereichernd, sich über den RJC-Vorstand mit Führungskräften aus aller Welt zu vernetzen. Diese Gespräche haben meine Perspektive auf die Herausforderungen, denen wir uns stellen, ebenso erweitert wie auf die Chancen, die wir haben, gemeinsam nachhaltige Veränderungen voranzutreiben.

Mit Blick in die Zukunft: Welche Hoffnungen verbinden Sie mit der weiteren Entwicklung der Schmuckbranche – und welche Rolle sollte der RJC Ihrer Ansicht nach bei der Gestaltung dieser Zukunft übernehmen?

Dave Meleski:
Als ich für die Rolle des Chair nominiert wurde, war eines meiner Hauptziele, die Präsenz des RJC zu erweitern – insbesondere bei Einzelhändlern in den USA. Mit Blick nach vorn hoffe ich, dass wir weiter Fortschritte dabei machen, die Botschaft des RJC zu mehr Einzelhändlern zu bringen, da diese letztlich der beste Kanal zum Verbraucher sind.

Ich stelle mir eine Zukunft vor, in der der RJC von Konsumenten weithin erkannt wird – als ein vertrauenswürdiges Zeichen, das die enorme Arbeit repräsentiert, die unsere Branche in den vergangenen 20 Jahren in verantwortungsvolle Praktiken investiert hat. Eine solche Anerkennung wäre eine kraftvolle Bestätigung unserer gemeinsamen Anstrengungen und ein bedeutender Schritt nach vorn für die Schmuckindustrie insgesamt.

Mehr zur Richeline Group: https://www.richlinegroup.com/

Mehr zum RJC: https://www.responsiblejewellery.com/

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