Uhrentrends 2026 – Klassik neu definiert

Gemeinsam mit Autorin Jeannine Reiher hat der Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e. V. (BVSU) die Trends des Marktes bereits vor den Frühjahrsmessen aufgespürt. Dabei setzen die Kreativen eher auf subtil wirkende Styles, denn auf massives Hingucker-Design.

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Gekommen, um zu bleiben

Kurzlebige Trends waren noch nie Sache der Uhrenbranche, doch jetzt scheint sich eine stille Vereinbarung zur Zeitlosigkeit einzustellen. Gefällige Gehäusegrößen und Größenauswahlen in den Kollektionen, die Rückkehr zu runden Zifferblättern, die Wertschätzung von Mechanik und die Präsenz von klassischen Dreizeigeruhren unterstreichen die Aussage: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“

Dazu gibt es eine Prise Frische durch Farbe und haptische Highlights. Junge Wilde und exaltierte Oldtimer bleiben die Ausnahme, bringen aber Lebendigkeit ins Bild. Wer genau hinschaut, kann in den modernen Klassikern eine überraschende Vielfalt entdecken – denn der Clou steckt im Detail…

1. Schlichte Klassik

Hands on: Minimalismus mit drei Zeigern

Durch den Trend der Retro-Uhren befeuert, rücken klassische Dreizeigeruhren wieder stärker in den Fokus. Sie erscheinen nicht als langweilig, sondern als langlebige Investitionen, die auch nach Jahren noch ihre Berechtigung haben.

max bill Damen von Junghans
max bill Damen von Junghans

So können sie unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit lang getragen werden, ohne die Befürchtung, an Modernität einzubüßen. Und sie verweisen in ihrem klaren Minimalismus auf den einen Zweck: die Zeit anzuzeigen.

Rund und in mehreren Größen

Die Präferenz für eckige Gehäuseformen geht zurück, das Runde gewinnt wieder die Oberhand. Auffallend ist die Tendenz zu Geschwister-Uhren: Immer häufiger wird den größeren Modellen ein kleineres zur Seite gestellt, das dem Träger und der Trägerin die Wahl der optimalen Größe überlässt.

Union Glashütte 1893 Johannes Dürrstein Jubiläumsedition
1893 Johannes Dürrstein Jubiläumsedition von Union Glashütte

Das kleine Geschwisterkind trägt gern, aber nicht zwangsläufig feminine Züge, die sich in dezentem Diamantbesatz ausdrücken können. Die großen Modelle gehören im Vergleich zu früheren Jahren eher zur Mittelschicht und bewegen sich um die 40 Millimeter.

Größere Uhren verlassen meist den Bereich der Dreizeigeruhren und nutzen ihre Größe für Funktionen und Komplikationen.

Drehende Rädchen für Einsteiger

Mechanik in Einstiegspreislagen ist gefragt. Neben der Neugier auf traditionelles Handwerk und der Verinnerlichung von Qualität spielt auch hier der Nachhaltigkeitsgedanke eine Rolle. Eine günstige Einstiegspreislage erleichtert es Neulingen, sich mit mechanischen Uhren auseinanderzusetzen und auszutesten – im besten Falle mit Luft nach oben.

Tsuyosa 37 Time Slip von Citizen
Tsuyosa 37 Time Slip von Citizen

Schwarz geht immer

Bei den Uhren ist es wie mit der Kleidung: Im Zweifel schwarz. Denn schwarz passt ins Business, ordnet sich der Mode unter und geht auch gern am Abend aus. Langweilig? Nein, eine sichere Nummer. Doch zum Glück gibt es ja auch eine breite Vielfalt an Farben, die die universelle, schwarze All-time-Uhr immer wieder ablösen dürfen.

ProPilot Date von Oris
ProPilot Date von Oris

2. Dekorative Sache

Feminin und schmückend

Der Trend zu kleineren Durchmessern wird bei den Damenuhren noch ausgeprägter. Zierliche Modelle wirken feminin und nähern sich dem Schmuck an. Andere Varianten zeigen sich von Anfang an als Schmuckstück und offenbaren auf den zweiten Blick ihr Zifferblatt.

Meissen von Glashütte Original
Meissen von Glashütte Original

Ganz und gar goldene Uhren unterstreichen den Schmuckcharakter, prachtvoll verzierte Zifferblätter mit Miniaturmalereien, Emaillierungen, Gravuren und Guillochierungen zeugen stilvoll von Bildender und Handwerkskunst.

Last but not least gehören auch die edelsteinbesetzten Uhren zu den äußerst dekorativen Vertretern der Zunft. Diamanten sind nicht nur im Brillantschliff gern gesehen, sondern dürfen auch im Baguetteschliff glänzen.

Limelight Gala von Piaget
Limelight Gala von Piaget

Maskuline Strukturen und matte Zifferblätter

Bei den Herrenuhren sind es die Strukturen, die weiterhin das Bild bestimmen. Diese erscheinen nun noch ausgeprägter und lebendiger, in Scratch-Optik, Krawattenmuster oder wiederkehrendem Logo, als dezentes Hintergrundmuster interpretiert. Darüber hinaus entwickelt sich eine zweite Tendenz: Matte Zifferblätter strahlen Eleganz und Zurückhaltung aus und drängen vermehrt auf die Bühne.

3. Gefühlte Zeit

Neben der Optik gibt es die Haptik – und diese spielt in dieser Saison ebenfalls eine Rolle, wenn zunächst auch nur eine bescheidene. Wer im Dunkeln zu seiner Uhr greift, wird sie immer öfter an einer geriffelten Lünette erkennen.

Seamaster Planet Ocean von Omega
Seamaster Planet Ocean von Omega

Dabei ist nicht jedes Dekor gleich. Sorgen runde Einkerbungen bei Taucheruhren ganz einfach für Griffigkeit, so werden sie an anderer Stelle aus rein dekorativen Zwecken eingesetzt. Sie können dabei in Münzrandoptik erscheinen, das Clous de Paris-Muster zeigen oder auch von Kugelfischen oder anderen Elementen inspiriert sein.

Oyster Perpetual Land-Dweller 36 von Rolex
Oyster Perpetual Land-Dweller 36 von Rolex

Nicht neu, aber unter diesem Aspekt zu erwähnen, sind brillantbesetzte Lünetten, die sich allein schon wegen des Steinbesatzes anders anfühlen.

4. Türkis, Silber und Pudereffekte

Blau erfindet sich immer wieder neu. Nach Marine und Eisblau sind es nun die Türkistöne, die auf Begeisterung stoßen. Dazu zeigt sich Grün als Mintgrün oder, dunkler, als Petrol. Matte Zifferblattvarianten sorgen für eine softe Weichzeichneroptik und erhöhen die Vielfalt der Farbwirkung innerhalb des Spektrums.

PrimaLuna von Longines
PrimaLuna von Longines

Selbstbewusst stellen sich andere Farben daneben, ohne jedoch die große Aufmerksamkeit zu erhalten, wie es die Blautöne tun. Auf der anderen Seite der Farbskala gewinnen blumig-pudrige Nuancen wie Flieder, Apricot und Rosa an Popularität.

Type 1 Round Rose Gold von Ressence
Type 1 Round Rose Gold von Ressence

Wer es zurückhaltend und neutral mag, sollte einen Blick auf die Uhren mit silbernem Zifferblatt werfen, insbesondere jene, die mit blauen Akzenten ausgestattet sind. Hier besteht ein großes Potenzial an neuen Klassikern, die es lässig mit Schwarz und Weiß aufnehmen.

5. Nachhaltigkeit trifft Bequemlichkeit

Mechanische Uhren, klassische Designs, gefällige und somit angenehm zu tragende Größen – all diese Aspekte zahlen auf die Nachhaltigkeit ein. Hinzu kommen recycelte Materialien, darunter auch wiederverwendeter Edelstahl, Armbänder aus veganen oder recycelten Materialien sowie umweltfreundliche Verpackungen.

Circular S – Eclipse von ID Genève
Circular S – Eclipse von ID Genève

Darüber hinaus sind es nicht nur Gedanken zur Umweltproblematik, die die Wahl für Klassiker und Automatik- oder Solaruhren begünstigt, sondern ganz profan auch die Bequemlichkeit. Kein Batteriewechsel oder Aufladen und kein nachdenken, ob die Uhr noch zeitgemäß ist, erleichtern es, sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden und dabei stilsicher zu bleiben.

Suratto von Citizen
Suratto von Citizen

Quelle: BVSU


Der Bundesverband Schmuck und Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V. (BVSU) wurde 1947 in Pforzheim gegründet. Er ist die Interessenvertretung von über 170 vorwiegend mittelständisch strukturierten Mitgliedsunternehmen und nimmt deren Interessen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene wahr. Er ist Mitglied des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI). Ihm obliegt die Federführung der deutschen Verbände im Weltschmuckverband CIBJO. Zudem vertritt der BVSU die Interessen der deutschen Uhrenindustrie im europäischen Uhrenverband CPHE. Der Bundesverband ist zudem Mitglied des Responsible Jewellery Councils (RJC) und der Watch & Jewellery Initiative 2030. 

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